Mr. Monk und Mrs. Monk (12 Aug. 2005)

‚Monk‘ war schon immer eine meiner meistgesehenen Serien, wenn ich Trost brauchte, um mich nach einem anstrengenden Tag zu entspannen, um zu lachen oder um ein faules Wochenende zu verbringen.
Es war sehr willkommen und interessant, eine untypische Folge zu haben, die sich mehr auf die emotionalen Aspekte konzentriert, mehr eine Dramedy-Folge ist und sich mehr auf die Charakterisierung als auf das Mysterium konzentriert. Die Folge war zwar sehr clever aufgebaut und durchweg fesselnd, aber die Prämisse, vor allem als aufgedeckt wurde, was wirklich vor sich ging, war ziemlich grausam, weil die ganze Situation Monk so schwer getroffen hat, wie sie es tat. Die Episode schwächelt ein wenig in der Mitte mit einem Plot-Twist, der zu sehr an das erinnert, was man in animierten Krimis findet.
Doch „Mr. Monk und Mrs. Monk“ hat ein ziemlich gutes und fesselndes Mysterium, auch wenn man schon früh herausfindet, was vor sich geht, aber das nimmt den Dingen nicht allzu viel, mit einem besonders großartigen letzten Akt. Sie beginnt unglaublich gut, entfernt sich bereits von der üblichen Formel und macht etwas völlig anderes, als der Zuschauer erwartet.
Wo „Mr. Monk und Mrs. Monk“ besonders hervorsticht, ist in der Charakterisierung und den emotionalen Momenten, es ist leicht eine der emotionalsten Episoden. Wie sich das alles auf Monk auswirkt, ist wirklich herzzerreißend und man fühlt wirklich mit ihm. Zum Beispiel als er sich an den schlimmsten Moment seines Lebens erinnern muss. Ich fand es wirklich toll, wie Natalie, Stottlemeyer und Disher auf ihn reagieren und sogar noch mehr Mitgefühl zeigen als sonst, vor allem Stottlemeyer zeigt seine weiche Seite, die er nicht oft zu sehen bekommt. Die Episode ist nicht frei von komödiantischen Momenten, obwohl sie klugerweise auf ein Minimum beschränkt sind. Sie stammen fast alle von Stottlemeyer und Disher, wobei die lustigste Szene die beim Grillen ist.
Natalie ist gefestigter als in früheren Auftritten. Sie ist so bodenständig, sensibel und frech, dass man sich mit ihr anfreunden kann und auch mehr Verständnis für Monks Probleme hat. Auch Traylor Howard zeigt eine ihrer bisher besten schauspielerischen Leistungen in dieser Rolle.
Wie schon oft gesagt, war eines der besten Dinge an „Monk“ immer die schauspielerische Leistung von Tony Shalhoub in der Titelrolle. Es war wichtig, dass er funktionierte und der Klebstoff der Serie war, und Shalhoub ist nicht nur das, sondern in seinen besten Momenten IST er die Serie. Ich mochte schon immer das Gleichgewicht zwischen dem Humor, der oft urkomisch ist, und dem Pathos, das aufrichtig und berührend ist. Der Schwerpunkt liegt hier mehr auf dem Pathos und den Emotionen, was Shalhoubs ohnehin schon großartigen schauspielerischen Fähigkeiten wirklich zugute kommt, und Shalhoub war für mich noch nie so bewegend wie hier.
Jason Gray-Stanford und Ted Levine sind amüsant und sympathisch, besonders Levine. Melora Hardin ist ebenfalls sehr gut.
Es ist aber nicht nur die Besetzung oder die Geschichte. Ein weiterer Star ist das Drehbuch, das ebenfalls ausschlaggebend dafür ist, ob die Serie erfolgreich ist oder nicht, und hier ist sie erfolgreich. Die Mischung aus schrägem Humor, liebenswerter Verschrobenheit und zartem, leicht nachvollziehbarem Drama ist feinfühlig gemacht, besonders letzteres. Die Macken sind sympathisch gemacht und nie ausgenutzt oder übertrieben. Es war auch schön zu sehen, dass es so aussah, als würde Monk besser werden, bis die Dinge sich verschlechtern, wenn die mysteriösen Aspekte ins Spiel kommen.
Visuell ist die Episode glatt und stilvoll gedreht, und die Musik ist sowohl zurückhaltend als auch schrullig. Während ich die Titelmusik von Staffel 1 bevorzuge, ist mir Randy Newmans „It’s a Jungle Out There“ im Laufe der Zeit ans Herz gewachsen. Anfangs fand ich es nervig, aber jetzt schätze ich seine Bedeutung und das, was es zu sagen versucht, viel mehr.
Zusammenfassend eine großartige Folge, die mir das Herz gebrochen hat, wobei Shalhoub sie wirklich gut verkauft hat. 9/10 Bethany Cox

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