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Diskussion

Datura stramonium (DS), bekannt als Stechapfel, ist ein wild wachsendes Kraut. Die gesamte Pflanze, insbesondere das Laub und die Samen, ist aufgrund ihres Gehalts an Tropanalkaloiden giftig. Das enthaltene Atropin, L-Hyoscyamin und L-Scopolamin verursachen ein anticholinerges Syndrom, das aus der Hemmung der zentralen und peripheren muskarinischen Neurotransmission resultiert.

Jugendliche, vor allem solche mit einer Vorgeschichte von Mehrfachsubstanzmissbrauch, nehmen die Pflanze auf der Suche nach ihrer halluzinogenen und euphorisierenden Wirkung freiwillig ein und stellen die meisten der in der Literatur berichteten Fälle dar. Eine Intoxikation mit Datura stramonium ist auch bei Kindern beschrieben worden. In unserem Fall handelte es sich um eine absichtliche Einnahme von DS-Samen wegen ihrer halluzinogenen Wirkung, und ähnlich wie bei den von Diker et al. berichteten Fällen wurde er mit Koma eingeliefert, dem zentralen Element, das eine schlechte Prognose mit sich bringt, da es mit einer höheren Morbidität verbunden ist.

Typische Symptome einer DS-Vergiftung sind trockene Haut und Schleimhäute, Flush, Mydriasis, Sinustachykardie, Hyperpyrexie, verminderte Darmtätigkeit, Harnverhalt und neurologische Störungen mit Ataxie, beeinträchtigtem Kurzzeitgedächtnis, Desorientierung, Verwirrung, Halluzinationen (visuell und auditiv), Psychose, Erregungsdelirium, Krampfanfällen und Koma. Diese Symptome ähneln einer Atropin-Intoxikation. In schweren Fällen wurde über Atemversagen und kardiovaskulären Kollaps berichtet. In seltenen Fällen sind auch Rhabdomyolyse und fulminante Hepatitis beschrieben worden. Die Toxizität von Datura stramonium tritt in der Regel innerhalb von 60 Minuten nach der Einnahme auf, und die klinischen Symptome können aufgrund der verzögerten Magenentleerung bis zu 24 bis 48 Stunden andauern. Diese durch die anticholinerge Wirkung verursachte Verzögerung führt zu einer verlängerten Wirkungsdauer. Kinder sind besonders anfällig für Atropin-Toxizität, da bereits geringe Mengen tiefgreifende Störungen des zentralen Nervensystems verursachen können.

Die Behandlung ist hauptsächlich unterstützend. Sie besteht aus einer Magendekontamination mit Aktivkohle, die über den Mund oder eine Sonde verabreicht wird, einer Sedierung mit Benzodiazepinen zur Kontrolle der Erregung und der Kontrolle der Hyperpyrexie (Verabreichung von Flüssigkeiten und interne und externe Kühlmethoden). Magenentleerung und Dekontamination sind notwendige Maßnahmen, wenn sie frühzeitig eingeleitet werden. In unserem Fall erfolgte die Ingestion 2 Stunden vor der Aufnahme, und die frühzeitige Magenentleerung und Dekontamination mit Aktivkohle über eine Magensonde erwies sich als sicher und effizient, sofern die Atemwege bereits gesichert waren und das Manöver durchgeführt wurde, bevor die Toxine vollständig absorbiert waren. Eine verminderte gastrointestinale Motilität könnte die Wirksamkeit der Aktivkohle erhöht haben.

Die Tachykardie spricht in der Regel auf Kristalloide an.

Das Antidot für anticholinerge Toxizität ist Physostigmin. Es hat zu Kontroversen geführt, trotz der jüngsten Berichte über seine sichere Anwendung. Eine relative Kontraindikation für Physostigmin sind kardiale Überleitungsstörungen (AV-Block). Der Patient wies einen Rechtsschenkelblock auf, einen kardialen Erregungsleitungsdefekt, der bei gesunden Menschen nachweislich mit einem geringeren kardiovaskulären Risiko verbunden ist. Der klinische Hintergrund unseres Patienten erforderte die Verabreichung von Physostigmin in einer reduzierten Dosis (0,5 mg) aufgrund der Schwere der neurologischen Symptome. Physostigmin wird in schweren Fällen von Erregung oder Psychose, hartnäckigen Krampfanfällen/Koma oder Tachykardie/Rhythmusstörungen mit hämodynamischen Problemen empfohlen. Bei unserem Patienten führte die Verabreichung von Physostigmin zu keiner Schädigung und zur Verbesserung des neurologischen Syndroms.

Die Sedierungspausen und die serielle neurologische Überwachung ermöglichten eine frühzeitige Extubation und die Vermeidung von Komplikationen im Zusammenhang mit der Intubation und der mechanischen Beatmung.

Eine weitere Besonderheit in diesem Fall war die Rhabdomyolyse. Eine akute Nierenschädigung ist ein häufiger Befund (10-50 %), der auf die direkte Toxizität der Alkaloide und sekundär auf die Myoglobinurie zurückzuführen ist, die durch die Zerstörung der Myozyten infolge der starken Erregung entsteht. Wir verhinderten diese Komplikation durch adäquaten Flüssigkeitsersatz, Alkalisierung des Urins und Diuretika.

Die meisten in der Literatur beschriebenen Fälle hatten nach einer unterstützenden Behandlung eine gute Prognose.

Trotz der Schwere der Erkrankung war die günstige Entwicklung dieses Patienten wahrscheinlich auf die schnelle Diagnose des schweren anticholinergen Syndroms und die frühzeitige und angemessene Behandlung zurückzuführen. Todesfälle durch Vergiftungen mit Datura-Arten sind selten, aber unerwünschte Wirkungen sind häufig.

Wir berichteten über diesen Fall als den ersten veröffentlichten Fall einer schweren freiwilligen Vergiftung mit Datura stramonium in Rumänien, mit Koma und lebensbedrohlichen Manifestationen, und wir überprüften die wichtigsten Anhaltspunkte für seine Diagnose und Behandlung.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass jedes akute anticholinerge Syndrom mit Koma/Krämpfen bei jungen Menschen ohne andere objektive Befunde auf eine Vergiftung mit Datura stramonium hindeuten kann und eine frühzeitige Dekontamination/Behandlung eingeleitet werden sollte.

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